· Andreas Schwarz · Fachartikel · 12 min read

Professional Services skalieren - Zeit gewinnen für echte Beratung

Hochqualifizierte Berater verbringen zu viel Zeit mit Administration statt Beratung. Prozessautomatisierung und KI schaffen Freiraum für wertschöpfende Tätigkeiten.

Hochqualifizierte Berater verbringen zu viel Zeit mit Administration statt Beratung. Prozessautomatisierung und KI schaffen Freiraum für wertschöpfende Tätigkeiten.

Teaser

Berater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Rechtsanwälte und andere Experten in Professional Services verbringen heute durchschnittlich 30 bis 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit administrativen Aufgaben. Zeit, die für strategische Beratung, Mandantenbetreuung und wertschöpfende Tätigkeiten fehlt. Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz bieten die Chance, repetitive Tätigkeiten zu eliminieren und hochqualifizierte Mitarbeiter für das zu befreien, wofür sie eigentlich eingestellt wurden. Dieser Artikel zeigt, wie Unternehmen durch gezielte Automatisierung echte Skalierung erreichen können - ohne zusätzliche Köpfe, aber mit mehr Fokus auf Beratungsqualität.

Professional Services skalieren - Zeit gewinnen für echte Beratung

Das zentrale Problem - Wertvolle Zeit geht verloren

Professional Services leben von der Expertise ihrer Mitarbeiter. Ob Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfung, Rechtsanwaltskanzlei oder spezialisierte Agentur - der Erfolg hängt unmittelbar von der Qualität der Beratungsleistung ab. Die Realität sieht jedoch anders aus. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Berater und Fachexperten zwischen 30 und 40 Prozent ihrer Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten verbringen. Das bedeutet, dass von einem Acht-Stunden-Tag nur etwa fünf Stunden für echte Beratungsarbeit zur Verfügung stehen. Der Rest geht für Dokumentation, E-Mail-Verwaltung, Datenrecherche, Angebotserstellung und Projektreporting verloren.

Infografik zum Zeitaufwand in Professional Services: Vergleich zwischen administrativen Aufgaben und wertschöpfender Beratungstätigkeit.

Diese Ineffizienz hat weitreichende Konsequenzen. Zum einen sinkt die Produktivität der teuersten Ressource im Unternehmen - der hochqualifizierten Fachkräfte. Zum anderen wird Skalierung zur Herausforderung. Mehr Projekte bedeuten entweder mehr Mitarbeiter oder längere Arbeitszeiten, beides mit direkten Auswirkungen auf Margen und Mitarbeiterzufriedenheit. Der Fachkräftemangel verschärft die Situation zusätzlich. Neue Experten sind schwer zu finden und noch schwerer langfristig zu binden, wenn sie einen Großteil ihrer Zeit mit Aufgaben verbringen, für die ihre Qualifikation nicht erforderlich wäre.

Die Digitalisierung hat zwar neue Werkzeuge gebracht, aber oft auch neue Probleme geschaffen. Statt weniger Aufwand entsteht durch unverbundene Systeme, manuelle Datentransfers und Medienbrüche zusätzlicher Administrationsaufwand. Ein typisches Beispiel ist die Angebotserstellung, bei der Informationen aus verschiedenen Quellen manuell zusammengetragen, in Templates übertragen und anschließend zwischen Systemen hin- und herkopiert werden müssen.

Konsequenzen für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit

Die Auswirkungen ineffizienter Prozesse zeigen sich direkt in den Geschäftszahlen. Professional Services rechnen typischerweise über Tagessätze oder Stundenhonorare ab. Wenn jedoch ein erheblicher Teil der verfügbaren Zeit für nicht abrechenbare administrative Tätigkeiten aufgewendet wird, sinkt die Auslastungsquote. Branchenübliche Zielwerte liegen bei etwa 70 bis 75 Prozent abrechenbarer Zeit. Viele Unternehmen erreichen jedoch nur 55 bis 60 Prozent, was direkt auf ineffiziente Prozesse zurückzuführen ist. Die Differenz entspricht dem Gegenwert von mehreren Vollzeitstellen pro Jahr.

Die Skalierungsgrenzen werden besonders deutlich, wenn Unternehmen wachsen wollen. Zusätzliche Projekte erfordern zusätzliche Kapazitäten, aber die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte ist zeitintensiv und kostspielig. Aktuelle Zahlen aus dem Beratungssektor zeigen, dass die durchschnittliche Time-to-Hire für Senior-Positionen bei etwa vier bis sechs Monaten liegt. In dieser Zeit könnten durch Automatisierung bereits erhebliche Kapazitäten freigesetzt werden. Zudem besteht das Risiko, dass neue Mitarbeiter in bestehende ineffiziente Strukturen eingebunden werden und somit die Probleme nur vervielfältigen statt zu lösen.

Ein weiterer kritischer Aspekt ist die Qualität der Beratungsleistung selbst. Wenn Experten einen erheblichen Teil ihrer kognitiven Kapazität für administrative Aufgaben aufwenden müssen, bleibt weniger Energie für strategisches Denken, innovative Lösungsansätze und intensive Mandantenbetreuung. Dies wirkt sich langfristig auf die Wettbewerbsposition aus, da Kunden zunehmend Beratungsqualität und Responsivität als Differenzierungsmerkmale wahrnehmen.

Automatisierung als strategischer Hebel

Prozessautomatisierung bietet einen konkreten Ausweg aus diesem Dilemma. Anstatt immer mehr Mitarbeiter für repetitive Aufgaben einzusetzen, können digitale Prozesse diese Tätigkeiten übernehmen. Das Potenzial ist erheblich. Konservative Schätzungen gehen davon aus, dass in Professional Services zwischen 20 und 35 Prozent der administrativen Tätigkeiten vollständig automatisierbar sind. Ein zusätzlicher Anteil von 15 bis 25 Prozent lässt sich durch Teilautomatisierung deutlich effizienter gestalten. Das bedeutet konkret, dass pro Mitarbeiter mehrere Stunden pro Woche für wertschöpfende Beratungstätigkeiten zurückgewonnen werden können.

Statistik-Grafik über das Potenzial von Prozessautomatisierung und KI in der Unternehmensberatung und bei Professional Services.

Die Technologien sind heute ausgereift und für mittelständische Unternehmen wirtschaftlich darstellbar. Künstliche Intelligenz, Low-Code-Plattformen und moderne Robotic Process Automation ermöglichen die Umsetzung ohne massive IT-Investitionen. Entscheidend ist jedoch der strategische Ansatz. Erfolgreiche Automatisierungsprojekte beginnen nicht mit der Technologie, sondern mit einer klaren Analyse und Strategie. Welche Prozesse binden wirklich Kapazitäten? Wo liegen die größten Ineffizienzen? Welche Quick Wins sind mit überschaubarem Aufwand realisierbar?

Ein strukturierter Ansatz beginnt mit der Identifikation von Automatisierungspotenzialen. Dabei helfen klare Kriterien: Prozesse, die häufig wiederholt werden, standardisierten Abläufen folgen und nur wenig menschliches Urteilsvermögen erfordern, sind ideale Kandidaten. Gleichzeitig müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. System- und Medienbrüche zwischen verschiedenen Softwarelösungen stellen oft technische Hürden dar, die zunächst adressiert werden müssen. Moderne Automatisierungslösungen setzen genau hier an und schaffen Verbindungen zwischen zuvor getrennten Systemen.

Konkrete Anwendungsfälle in der Praxis

Die theoretischen Vorteile der Automatisierung werden in der praktischen Anwendung besonders deutlich.

Ein zentraler Bereich ist die Angebotserstellung. In Beratungsunternehmen ist dieser Prozess aufwendig und fehleranfällig. Berater müssen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammentragen, Standardtexte anpassen, Kalkulationen durchführen und das Angebot formatieren. Dieser Prozess dauert oft mehrere Stunden pro Angebot. Automatisierte Systeme können hingegen auf Basis weniger Eingaben vollständige Angebote generieren. Sie ziehen automatisch Standardtexte aus einer zentralen Bibliothek, berechnen Preise nach hinterlegten Kalkulationsmodellen und erzeugen ein formatiertes Dokument. Was vorher einen halben Tag beanspruchte, ist nun in wenigen Minuten erledigt, auf Zuruf.

Research und Datenanalyse sind weitere Bereiche mit erheblichem Automatisierungspotenzial. Berater verbringen viel Zeit damit, relevante Informationen zu recherchieren, Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen und erste Analysen durchzuführen. Künstliche Intelligenz kann hier bereits einen Großteil der Vorarbeit leisten. Moderne Tools analysieren große Datenmengen, identifizieren Muster und bereiten Informationen strukturiert auf. Der Berater kann sich dann auf die Interpretation und strategische Einordnung konzentrieren, statt Stunden mit der Datenbeschaffung zu verbringen. Dies beschleunigt nicht nur den Prozess, sondern verbessert auch die Qualität, da mehr Zeit für die eigentliche Analyse zur Verfügung steht.

Das Thema Wissen und Verfügbarkeit betrifft nahezu jede Beratung. Im Laufe der Zeit entsteht eine Fülle von Dokumenten, Präsentationen, Analysen und Best Practices. Dieses Wissen ist oft schlecht zugänglich, weil es in verschiedenen Systemen verstreut oder nur bestimmten Personen bekannt ist. Intelligente Wissensmanagement-Systeme schaffen hier Abhilfe. Sie indexieren alle relevanten Informationen, machen sie durchsuchbar und schlagen kontextbezogen relevante Inhalte vor. Wenn ein Berater an einem bestimmten Thema arbeitet, erhält er automatisch Hinweise auf frühere Projekte, verfügbare Analysen oder bewährte Vorgehensweisen. Dies spart nicht nur Zeit bei der Recherche, sondern verbessert auch die Qualität der Beratungsleistung durch bessere Wissensweitergabe.

Projektreporting und Controlling binden ebenfalls erhebliche Ressourcen. In vielen Unternehmen müssen Berater regelmäßig Status-Reports erstellen, Projektdaten aktualisieren und Kennzahlen zusammenstellen. Diese Tätigkeiten sind zwar wichtig für die Steuerung, tragen aber nicht direkt zur Wertschöpfung bei. Automatisierte Reporting-Systeme ziehen die erforderlichen Daten direkt aus den operativen Systemen, bereiten sie auf und erstellen standardisierte Reports. Bei Abweichungen oder kritischen Entwicklungen werden automatisch Benachrichtigungen ausgelöst. Der Aufwand für manuelle Datenzusammenstellung entfällt vollständig.

Ähnlich verhält es sich mit Projekt-Dashboard-Updates. In projektbasierten Organisationen sind aktuelle Dashboards mit Kennzahlen zu Fortschritt, Budget und Ressourceneinsatz unverzichtbar. Die manuelle Pflege dieser Dashboards ist jedoch zeitaufwendig und fehleranfällig. Automatisierte Lösungen aktualisieren die Dashboards in Echtzeit auf Basis der Daten aus Zeiterfassungs-, Projekt- und Finanzsystemen. Projektleiter und Management erhalten jederzeit einen aktuellen Überblick, ohne dass zusätzlicher manueller Aufwand entsteht.

Auch die Erstellung von Präsentationen lässt sich teilweise automatisieren. Während kreative Präsentationen weiterhin individuelle Gestaltung erfordern (zumindest in Teilen, auch hier macht die Automatisierung gravierende Fortschritte), gibt es viele Standardpräsentationen, die regelmäßig mit neuen Daten aktualisiert werden müssen. Automatisierungssysteme können auf Basis vordefinierter Templates Präsentationen generieren, die aktuelle Daten enthalten und der Corporate-Design-Vorgabe entsprechen. Dies betrifft beispielsweise monatliche Geschäftspräsentationen, Projektstatusberichte oder Standardpitches für bestimmte Leistungsbereiche.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Trotz der offensichtlichen Vorteile scheitern viele Automatisierungsprojekte oder bleiben hinter den Erwartungen zurück. Ein wesentlicher Grund liegt in der Komplexität der gewachsenen IT-Landschaft. Professional-Services nutzen typischerweise eine Vielzahl spezialisierter Softwarelösungen: CRM-Systeme für die Kundenverwaltung, Projektmanagement-Tools, Zeiterfassungssysteme, Dokumentenmanagementsysteme und branchenspezifische Fachanwendungen. Diese Systeme sind oft nicht oder nur unzureichend miteinander verbunden. Die Folge sind Medienbrüche und manuelle Datentransfers, die Automatisierung erschweren oder unmöglich machen.

Visualisierung der Systemintegration: Überwindung von Medienbrüchen und Datensilos durch zentrale Automatisierungslösungen und APIs.

Die Integration verschiedener Systeme ist daher oft der erste notwendige Schritt. Moderne Integrations-Plattformen und APIs ermöglichen die Verbindung unterschiedlicher Anwendungen, ohne dass diese grundlegend neu entwickelt werden müssen. Der Aufwand ist jedoch nicht zu unterschätzen und erfordert sowohl technisches Know-how als auch ein klares Verständnis der bestehenden Prozesse und Datenflüsse.

Ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor ist die Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Angst und Widerstand gegenüber Automatisierung sind weit verbreitet. Viele Berater befürchten, dass Automatisierung ihre Rolle gefährdet oder ihre Expertise entwertet. Diese Sorgen sind ernst zu nehmen und erfordern transparente Kommunikation. Erfolgreiche Unternehmen machen deutlich, dass Automatisierung nicht zur Rationalisierung, sondern zur Aufwertung der Beratertätigkeit dient. Wenn administrative Aufgaben wegfallen, bleibt mehr Zeit für anspruchsvolle, kreative und strategische Tätigkeiten - genau das, was qualifizierte Fachkräfte motiviert und langfristig bindet.

Die Einbindung der Mitarbeiter von Beginn an ist entscheidend. Wer die Prozesse täglich lebt, kennt die Schmerzpunkte am besten und kann wertvolle Hinweise zur praktischen Umsetzung geben. Training und Befähigung der eigenen Mannschaft bilden die Grundlage des weiteren Vorgehens. Mitarbeiter müssen verstehen, wie die neuen Systeme funktionieren und welchen Nutzen sie bringen. Gleichzeitig sollten sie befähigt werden, einfache Anpassungen selbst vorzunehmen und kontinuierlich Verbesserungsvorschläge einzubringen.

Der strategische Weg zur Automatisierung

Erfolgreiche Automatisierung beginnt nicht mit der Auswahl einer Technologie, sondern mit einer strukturierten Analyse der bestehenden Prozesse. Welche Tätigkeiten binden tatsächlich die meiste Zeit? Wo entstehen die größten Ineffizienzen? Welche Prozesse verursachen die meisten Fehler oder Verzögerungen? Diese Fragen lassen sich durch eine systematische Prozessanalyse beantworten. Dabei werden nicht nur Abläufe dokumentiert, sondern auch Zeitaufwände gemessen, Schmerzpunkte identifiziert und Verbesserungspotenziale quantifiziert.

Auf Basis dieser Analyse lassen sich Prioritäten setzen. Nicht jeder Prozess ist gleichermaßen für Automatisierung geeignet. Die Low-Hanging Fruits - Prozesse mit hohem Aufwand, hoher Standardisierung und überschaubarer technischer Komplexität - sollten zuerst angegangen werden. Dies schafft schnell sichtbare Erfolge, die Akzeptanz fördern und Ressourcen für weitere Schritte freisetzen. Ein typisches Beispiel ist die Automatisierung von Angebotserstellungen oder die automatische Generierung von Status-Reports.

Die Umsetzung erfolgt idealerweise in iterativen Schritten. Statt eines Big-Bang-Ansatzes empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen mit kontinuierlichem Lernen und Anpassen. Pilotprojekte in einzelnen Teams oder für bestimmte Prozesse erlauben es, Erfahrungen zu sammeln, ohne das gesamte Unternehmen umzukrempeln. Nach erfolgreicher Erprobung kann die Lösung dann sukzessive ausgerollt werden. Dieser Ansatz minimiert Risiken und ermöglicht es, aus Fehlern zu lernen, bevor große Investitionen getätigt werden.

![Strategische Roadmap für Automatisierungsprojekte: Von der Prozessanalyse über Quick Wins bis zur kontinuierlichen Optimierung.](src/assets/images/blog/blog-0054/prozessive-blog-0054-der strategische-fahrplan-zur-skalierung-de.png)

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die kontinuierliche Betreuung und Optimierung. Automatisierung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Geschäftsanforderungen ändern sich, neue Systeme kommen hinzu, Prozesse entwickeln sich weiter. Automatisierungslösungen müssen entsprechend angepasst und weiterentwickelt werden. Dies erfordert sowohl technische Kompetenz als auch ein kontinuierliches Monitoring, um Probleme frühzeitig zu erkennen und die Wirksamkeit der Automatisierung zu messen.

Messbare Kennzahlen sind unverzichtbar, um den Erfolg von Automatisierungsinitiativen zu bewerten. Typische KPIs umfassen die eingesparte Zeit pro Prozess, die Reduktion von Fehlerquoten, die Verbesserung der Durchlaufzeiten und die Steigerung der abrechenbaren Zeit. Diese Kennzahlen sollten nicht nur einmalig erfasst, sondern kontinuierlich überwacht werden, um sicherzustellen, dass die Automatisierung den gewünschten Nutzen bringt und um weiteres Optimierungspotenzial zu identifizieren.

Technologie als Enabler, nicht als Selbstzweck

Bei der Auswahl geeigneter Technologien sollte der Fokus auf Praktikabilität und Integration liegen. Moderne Low-Code- und No-Code-Plattformen ermöglichen es auch Nicht-Entwicklern, einfache Automatisierungen zu erstellen und anzupassen. Dies fördert die Eigenverantwortung der Fachabteilungen und beschleunigt die Umsetzung. Gleichzeitig reduziert es die Abhängigkeit von IT-Abteilungen und externen Dienstleistern. Das Konzept des Citizen Development gewinnt hier an Bedeutung, bei dem fachkundige Mitarbeiter selbst zu Gestaltern von Automatisierungslösungen werden.

Robotic Process Automation ist besonders geeignet, um repetitive Aufgaben in bestehenden Systemen zu automatisieren, ohne dass diese grundlegend geändert werden müssen. Software-Roboter können menschliche Interaktionen mit Anwendungen nachahmen, Daten zwischen Systemen übertragen und regelbasierte Entscheidungen treffen. Dies ist vor allem dann wertvoll, wenn Alt-Systeme und Software im Einsatz sind, die keine modernen Schnittstellen bieten.

Künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten erheblich. Während klassische Automatisierung regelbasiert funktioniert, können KI-Systeme auch mit unstrukturierten Daten umgehen, Muster erkennen und Entscheidungsvorschläge machen. Anwendungen reichen von der intelligenten Dokumentenklassifizierung über die automatische Extraktion relevanter Informationen aus Texten bis hin zu prädiktiven Analysen. Large Language Models ermöglichen zudem die Automatisierung von Aufgaben, die bisher menschliches Sprachverständnis erforderten, etwa die Zusammenfassung komplexer Dokumente oder die Beantwortung spezifischer Fachfragen auf Basis vorhandener Informationsquellen.

Fazit - Vom Kostenfaktor zum Wettbewerbsvorteil

Professional Services stehen vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen zu wachsen und dabei die Qualität ihrer Beratungsleistung zu sichern. Prozessautomatisierung und Künstliche Intelligenz bieten konkrete Lösungen für dieses Dilemma. Sie beseitigen Ineffizienzen, schaffen Kapazitäten und ermöglichen es hochqualifizierten Experten, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt - exzellente Beratung.

Der Weg zur erfolgreichen Automatisierung erfordert jedoch mehr als nur den Einsatz von Technologie. Entscheidend sind eine klare Strategie, strukturierte Analyse, schrittweise Umsetzung und kontinuierliche Optimierung. Unternehmen, die diesen Weg konsequent gehen, schaffen nicht nur kurzfristige Effizienzgewinne, sondern bauen langfristige Wettbewerbsvorteile auf. Sie können schneller auf Kundenanforderungen reagieren, ihre Mitarbeiter gezielter einsetzen und skalieren, ohne proportional mehr Personal aufbauen zu müssen.

Der erste Schritt besteht darin, die eigenen Prozesse kritisch zu hinterfragen und Automatisierungspotenziale systematisch zu identifizieren. Dabei helfen strukturierte Methoden und die Einbindung der Mitarbeiter, die die Prozesse täglich leben. Quick Wins sollten priorisiert werden, um schnell sichtbare Erfolge zu erzielen und Akzeptanz zu schaffen. Parallel dazu muss jedoch die strategische Perspektive gewahrt bleiben, um sicherzustellen, dass einzelne Automatisierungen Teil eines schlüssigen Gesamtkonzepts sind.

Die Entwicklung wird weitergehen. Künstliche Intelligenz wird zunehmend auch komplexere Aufgaben übernehmen können, die heute noch menschliche Expertise erfordern. Professional-Services, die frühzeitig Erfahrungen mit Automatisierung sammeln, werden davon profitieren. Sie entwickeln nicht nur effizientere Prozesse, sondern auch das nötige Know-how, um neue Technologien schnell und effektiv einzusetzen. Automatisierung ist damit kein Kostensenkungsprogramm, sondern eine strategische Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.

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